The Conference

serielle Videoinstallationen im öffentlichen Raum, 2021

In The Conference taucht das seit der Pandemie vertraute Format des Onlinemeetings großformatig im öffentlichen Raum auf. Während einer Zeit, die von Quarantäne und Reisebeschränkungen bestimmt ist, kommen in den leeren Schaufenstern der Stadt verschiedene Landschaften und Naturphänomene in Live Onlinemeetings zusammen.
Der Planet Erde ist ober- wie unterirdisch in steter Bewegung und wandelt sich unablässig. Der Fokus der Live-Videoarbeit ist jenes irdische Netz von Wirkmächten und eine Annäherung an die Frage, wie sich die Geschichten der Welt erzählen lassen.

Kann die tief eingeschliffene Distanz und Unterscheidung zwischen Kulturen und Naturen gemindert werden, indem Geschichten erzählt werden, die vom ‘bloßen Material’ jenseits des menschlichen Geistes und des Kunstschönen handeln und in ihrer ganz eigenen Temporalität erscheinen?
Die Zeitlichkeit der Dinge unterschreitet häufig die kulturell geprägte narrative Zielstrebigkeit und agiert außerhalb des erzähltheoretischen Zeitmodells mit seiner inhärenten Spannung zwischen Entwicklungsverlauf und Finalität. Sie unterlaufen mit ihrer Ausgedehntheit und Unvollständigkeit die für die Rezeption als Bedingung erscheinende Möglichkeit, Dinge als wirkmächtig und somit bedeutsam erleben zu können. Doch Gegenwart ist immer auch eine Gleichzeitigkeit unterschiedlicher Zeiten.

In The Conference inszeniert sich die Welt selbst und fordert auf, die Faszination gegenüber der Dingwelt zum neuen ästhetischen Prinzip zu machen, sowie zu akzeptieren, dass diese Erde in Dimensionen agiert, die wir mit unserem menschlichen Erfahrungshorizont nicht erfassen können, die aber dennoch unsere Wirklichkeit aktiv bedingen. Wir sind als Menschen ebenfalls Teil des irdischen Netzwerkes aus Ereigniszusammenhängen, dessen Einzelteile und Wirkweisen stets in Bezug zueinander stehen und nicht von einander getrennt werden können. Die Unterscheidungen zwischen Vorder- und Hintergrund, Belebtem und Unbelebtem offenbaren sich aus diesem Blickwinkel zunehmend als irreführende Konzepte.

7 Skies ist der Auftakt der Serie und öffnet den Blick in die Weiten der Nördlichen Hemisphäre und auf das magische Leuchten der Polarnächte.

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